„Babylon Berlin“: Serie vs. Buch


Buchverfilmungen…ich glaube, dass dazu jeder von uns seine eigenen Erfahrungen schon gemacht hat. Sie können meiner Meinung nach komplett in die Hose gehen, oder sie sind so gut, dass das Buch dagegen echt schwach aussieht. Ein gutes Beispiel wäre dafür „Tote Mädchen lügen nicht“. Ich fand das Buch damals spannend geschrieben, und mir hat es sehr gut gefallen, aber als ich dann die Serie gesehen habe, die viel detaillierter ausfiel, fand ich das Buch im Nachhinein eigentlich richtig mies. Oder auch „Die Auslöschung „, geschrieben von Jeff Vandermeer, wurde von Netflix verfilmt. Der Film war ganz ok, aber konnte nicht mit den wunderbaren Ausschmückungen im Buch mithalten.
Ich möchte hier jetzt nicht weitere Beispiele aufführen, falls ihr jedoch noch welche wisst, könnt ihr mir eure Meinung oder eure Tipps für gute Buchverfilmungen gerne im Kommentar hinterlassen. Vielleicht gibt es die ein oder andere gute Diskussion!

In diesem Beitrag möchte ich euch die Buchverfilmung „Babylon Berlin“ vorstellen, die auf ARD ausgestrahlt wird. Die Serie basiert auf den Gereon-Rath-Romanen, geschrieben von Volker Kutscher. Ich habe mich dafür entschieden, zuerst Band 1 der bisher 6 teiligen Buchreihe zu lesen, und mir erst danach die Serie dazu anzusehen.

 


Deswegen zuallererst mal zu dem Buch:
„Der nasse Fisch“ ist der erste Teil der Buchreihe und hat mich ziemlich überrascht. Ich bin bei Kriminalromanen immer recht wählerisch, da ich gern auf ein bisschen (entschuldigt den Ausdruck) „abgefucktes“ stehe, wie Simon Beckett oder Stephen King. Dieser Roman hat mich trotz seiner noch recht normalen Handlung, dann aber doch gleich mal gepackt.
Das Buch spielt im Jahre 1929, in dem Gereon Rath, der Mordkommisar, ermittelt. Interessant fand ich, die Ausarbeitung seines Charakters. Er ist ein doch recht skrupelloser Protagonist, der auch gern mal für die Ermittlungen einen illegalen Weg einschlägt. Sympathisch fand ich ihn auf jeden Fall nicht, was mich zwischendurch dann etwas störte, da ich es grundsätzlich schon lieber mag, wenn ich mich ein bisschen mit dem Protagisten oder der Protagonistin identifzieren kann, aber war auf jeden Fall mal eine Abwechslung.
Die Charaktere an sich sind sehr realistisch ausgearbeitet. Sie handelten nachvollziehbar und auch die Konversationen fand ich gut.

Das Buch ist mit seinen circa 550 Seiten jetzt nicht gerade ein kurzweiliger Roman. Für einen Krimi, meinen Vorlieben nach, dann doch auf der zu dicken Seite. Die Spannung, die sich eigentlich fast immer durchs Buch zog, hat das aber dann verkürzt. Zwischendrinnen fand ich es dann aber doch recht langatmig, was wohl an dem komplexen Fall lag. Grundsätzlich gut, wenn man nicht gleich dahinter kommt, aber wenns dann verwirrend wird, und man sich zu sehr konzentrieren muss, finde ich dass dann doch mühsam. Vorallem das Ende konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Eine länger Aufklärung hätte sicher nicht geschadet.

Das Buch an sich spielt in einer sehr interessanten Zeit. Politisch und kulturell gesehen ist es sehr gut ausgearbeitet.
Das Buch bekommt von mir 4 von 5 Weltentaucher, da es mich an sich schon überzeugt hat, und ich mir auf jeden Fall Band 2 noch holen werde. Ich habe es, in einer sehr kurzen Zeit ausgelesen, weil ich zwischendurch einfach wissen wollte wie es weitergeht.
Die Bücher gibt es übrigens auch auf Audible, falls jemand von euch lieber reinhört als reinliest.


Danach habe ich mir die Serie angesehen, und ich stand dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber, da ich mir mit deutschen Filmen bzw Serien immer etwas schwer tu. Ich steh da eher auf den amerikanischen Stil. Vielleicht bin ich durch Serien wie „Tatort“ oder „Soko irgendwas“ auch einfach schon ein bisschen zu voreilig mit meinem Urteil.
„Babylon Berlin“ ist aber ganz anders, als wie die typischen Krimi Serien im TV.

Wie in jeder Serie gibt es auch hier einige Szenen, auf die man finde ich verzichten hätte können. Die Handlung wird dadurch einfach ausgedehnt und in die Länge gezogen. Das nimmt der Geschichte ein bisschen den Wind aus den Segeln, aber gut, sonst würde das alles ja auch viel zu schnell vorbei sein. Man versucht hier denke ich einfach den Zeitgeist ein bisschen zu verdeutlichen.
Und damit bin ich auch schon an dem größten Pluspunkt, um das mal so auszudrücken. Bei dem Szenenbild wurde wirklich nicht gespart. Ich spreche von großartigen Kostümen, von wunderbaren Drehorten. Es ist fantastisch, wie die einzelnen Szenenbilder auf einen wirken. Die Serie bekommt so etwas richtig Dramatisches und man sieht einfach gerne hin. Die Landschaft wurde hervorragend ausgearbeitet, was ja wirklich nicht so einfach und billig ist, das damalige Berlin so realistisch und echt wirken zu lassen.
Auch bin ich von den Schauspielern mehr als angetan. Es wird nicht typisch Hochdeutsch gesprochen, sondern wie man eben in Berlin spricht, was ich als Österreicherin schon mal ziemlich sympathisch finde, denn auch in den österreichischen Krimis wird Gott sei Dank eher im Dialekt gesprochen. Natürlich kann man aber auch die österreichischen Schaupieler nicht mit den deutschen Schauspielern vergleichen. Bin zwar eine stolze Österreicherin, aber da können meine Landsleute einfach nicht hinterher. Die Charaktere wurden glaubhaft und überzeugend gespielt, und mir gefielen sie auch besser wie im Buch!

Mein Fazit ist, dass mir persönlich die Serie um einiges besser gefällt als das Buch, was wohl an der hervorragenden Aufmachung der Serie liegt. Auch fand ich da Rath, also den Kommisar, viel sympathischer.


Für alle, die mehr über die Serie und die Bücher erfahren wollen, sollten unbedingt mal bei Audible Magazin vorbeischaun! Audible hat einen interessanten Beitrag über die Inspirationen und Hintergründe zur Serie erfasst. Ein Blick lohnt sich!

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2 Kommentare zu „„Babylon Berlin“: Serie vs. Buch

    1. Hallo Karin,
      ja, bisserl viel bei mir los zurzeit, wodurch ich eher wenig zum lesen komme, geschweige denn dann auch noch drüber schreiben kann.

      naja, vielleicht hab ich dir dann ja einen kleinen Tipp mit der Serie gegeben!

      lg

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