Rezension: Fürchte die Nacht


Ein Thriller für Jugendliche ist finde ich immer was besonderes, denn wirklich viele gibt es nicht. Solche Bücher sind immer eine schmale Gratwanderung, denn es soll natürlich schon gruselig sein, muss sich aber trotzdem noch für Jugendliche eignen.

Verrückte Dinge einfach machen ohne Nachzudenken? Sich einfach ins Abenteuer stürzen, obwohl man sich eingestehen muss wirklich Angst davor zu haben? Durch den Gruppenzwang machen junge Leute dann doch einfach mit. In diesem Buch endet genau das tödlich. Wer ist der Mörder? Und wie gehen die Jugendlichen mit diesem dramatischen Erlebnis um? Ich habe in dieses Buch hohe Erwartungen gesetzt, weil die Autorin wirklich gut sein soll. Irgendwie hat das ganze dann aber doch einen anderen Verlauf genommen…

Kurz zum Inhalt:

Eine Woche Exkursion ins Nirgendwo – auf so eine Idee können auch nur verschrobene Biolehrer kommen, finden Lena und ihre beste Freundin Anne. Rund um ihr Landschulheim gibt es nichts als hohe Bäume und dichtes Unterholz. Zumindest eignet sich dieser Ort bestens für nächtliche Mutproben, und gleich am ersten Abend fordern die Jungs Lena und ihre Freundinnen dazu heraus, mit ihnen im Wald zu übernachten. Doch spät in der Nacht wird Anne von einer vermummten
Gestalt angegriffen und gleich am nächsten Abend kommt es zu einem weiteren Überfall. Ein Mädchen aus der Gruppe wird im Wald erdrosselt aufgefunden! Völlig traumatisiert bricht die Klasse den Ausflug ab – doch der Mörder muss ihnen nach Hause gefolgt sein und lauert schon auf sein nächstes Opfer …

1.Kriterium: Die Idee des Buches.

WeltentaucherDie Idee des Buches passiert ja um ehrlich zu sein auf der Naivität der Jugendlichen. Während dem lesen ging es mir wie bei einem Horrorfilm, wenn die junge Frau dem Geräusch auf die Sprünge geht. „Geh nicht dort hin!“ „Wieso bist du nur so dumm!“ Klar, ich hätte damals in diesem Alter vielleicht auch mitgemacht: Und hier bin ich auch schon genau wo ich hin will. Die Idee des Buches finde ich direkt aus dem Leben gegriffen, denn solche Aktionen liefern die Jugendlichen. Vielleicht ist es gut, wenn sie vorher dieses Buch lesen, denn dann ist schon viel mehr Fantasie und Kopfkino im Spiel was alles passieren könnte und sie sagen eher nein zu solchen Dingen.

Grundsätzlich gefällt mir also das Thema des Buches sehr gut. Es wird auch nach diesem Mord auf die Psyche der Kinder eingegangen und wie sie nach so einem Erlebnis weiter leben und miteinander umgehen.

Hier gibt es einen ganzen Weltentaucher.

 

2. Kriterium: Der Aufbau der Geschichte.

Man erlebt mit den Jugendlichen diese Exkursion, und natürlich den Mord. Dieser Teil war sehr fesselnd, denn man erwartet einen grausamen Irren, der Nachts im Wald herumschleicht. Als es dann wieder nach Hause ging, hat sich die Spannung jedoch fast ganz verflüchtigt. Die Suche nach einem Mörder war nicht wirklich da, sondern wurde nur halbherzig immer wieder mal erwähnt. Es dreht sich alles nur mehr darum, wie die beiden Freundinnen mit diesem Mord umgehen. Das finde ich an sich noch sehr gut! Aber irgendwie war auch das nicht 100%ig. Ich habe mir mehr Gefühle, mehr miteinander, mehr Gedanken gewünscht. Die Geschichte schlich dann nur mehr dahin und mir hat die ernste Behandlung der Psyche der beiden immer mehr gefehlt. Die Angst, die sie verspüren hätten sollen war nicht wirklich greifbar! Auch die Vorstellung vom Mörder in der Nacht hab ich irgendwann verloren, weil das einfach gar nicht das Thema des Buches war…

 

3. Kriterium: Die Charaktere.

Die beiden Hauptcharaktere waren mir absolut unsympathisch. Ich kann nicht genau sagen woran es gelegen hat. Die beiden agierten nicht wirklich miteinander, sondern beschäftigten sich nur mit sich. So ging das immer weiter dahin, und musste mir dann eingestehen, dass es ein einzelner Hauptcharakter auch getan hätte. Auch waren keine wirklichen Charakterzüge erkennbar. Klar, die beiden leiden, aber es gibt trotzdem nicht nur schwarz und weiß. Die Charaktere konnten mich in diesem Buch nicht überzeugen.

 

4. Kriterium: Die Spannung bzw. ob mich das Buch gefesselt hat. 

halber WeltentaucherDer Anfang des Buch war, wie oben schon erwähnt, wirklich spannend. Man erlebt mit ihnen dieses traumatische Erlebnis und ich konnte mich in diesem Moment sehr gut in die Schüler hineinversetzten. Das hat die Autorin wirklich sehr gut geschafft! Dann aber ließ es einfach nach. Natürlich ist die Psyche der Jugendlichen auch ein wichtiges Thema und sehr spannend, nur hat für mich auch da einfach viel zu viel gefehlt. Hier gibt es nur einen halben Weltentaucher.

 

5. Kriterium: Die Schreibweise.
Weltentaucher

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir hier sehr gut, vor allem der Anfang. Hier war die Spannung wirklich greifbar. Das Buch ließ sich an sich sehr schnell und angenehm lesen. Die Seiten sind aus einem schönen dicken Papier und auch die Größe der Schrift ist für ein Jugendbuch sehr angemessen gewählt worden.

 

WeltentaucherWeltentaucherhalber Weltentaucher

 

 

 

 

 

Das Buch bekommt von mir leider nur 2,5 von 5 Weltentauchern. Ich persönlich hätte beim schnellen Nachdenken gerne 3 Weltentaucher gegeben, weil es an sich ein gutes Jugendbuch ist, dass sicher junge Leser zum Nachdenken bringt. Ich persönlich wurde durch meine Erwartung des Buches sehr in dieser Rezension beeinflusst, weil ich mir ein bisschen mehr Grusel und Angst gewünscht hätte. Das wäre, auch wenn man nur die Psyche der Jugendlichen betrachtet, möglich gewesen. Um es einfach zu sagen: der „Thrill“ beim Thriller hat einfach gefehlt.

Advertisements

Willst du etwas dazu sagen?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s