Rezension: Alte Geister ruhen unsanft


Diese Rezension liegt mir wirklich sehr am Herzen, denn die Bücher von Thomas Brezina waren für mich immer schon was besonderes. Als Kind war ich verrückt nach der „Pssst, unser Geheimnis“ Reihe, falls die noch wer kennt, oder auch „Die Knickerbocker Bande“. Fast jeder in meiner Generation kennt irgendein Buch von Thomas Brezina, und hat diese genauso verschlungen wie ich. Als ich hörte, dass er ein Buch für Erwachsene veröffentlicht, war ich hin und weg. Plötzlich erinnerte ich mich wieder an die vielen Lesestunden, die ich auf der Coach verbrachte, immer ein Buch von Thomas Brezina in der Hand. Plötzlich wusste ich wieder alle Abenteuer die ich mit seinen Helden durchlebt hatte und mir war sofort klar: ich muss das neue Buch lesen! „Knickerbocker 4 immer – Alte Geister ruhen unsanft“. 20 Jahre in der Zukunft.
Auch war ich auf einer Lesung in Graz und bekam dort mein Buch signiert sowie ein Foto mit ihm, was ich euch auch unbedingt zeigen möchte.

 

Kurz zum Inhalt:

Aus dem Streit wurde Schweigen. Aus Tagen wurden Monate. Aus Monaten wurden Jahre. Aus der verschworenen Bande wurden Fremde und Erwachsene, die ihren Weg gingen. Allein. Bis zu jenem Brief.

Die Einladung zu einem Treffen der vier Knickerbocker kam überraschend für jeden Einzelnen von ihnen. Aber die Dringlichkeit des Schreibens ließ ihnen keine Wahl. Es musste ein Wiedersehen geben – nach 20 Jahren.

Auf Canon Island, der Insel des Schreckens, wartete man geduldig auf ihr Eintreffen und beobachtete jeden ihrer Schritte. Wie schon damals, vor dem Streit. Alles war geplant und vorbereitet. Das Projekt ging in seine entscheidende Phase.

1.Kriterium: Die Idee des Buches.

WeltentaucherHier fängt es schon mal an: ich finde die Idee fantastisch! Ich spreche hier jetzt nicht davon, dass Thomas Brezina die Knickerbocker älter werden ließ (was ich natürlich aber auch toll finde), sondern davon, was die vier auf dieser Insel erleben, und wie komplex die Hintergrundgeschichte ist. Ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung, wie das alles zusammenhängt und was der Auslöser der ganzen Ereignisse ist.
Diese einsame Insel, auf der schon einmal ein Blutbad stattgefunden hatte, bietet die perfekte Kulisse für diese Geschichte. Ich hatte als Leser eine genaue Vorstellung von der Villa darauf und von der Insel selbst, sodass ich oft eine Gänsehaut bekam. Alles in allem eine wahnsinnig gut durchdachte Geschichte, die so verzweigt ist, und trotzdem am Ende so gut verständlich.

Hierfür gibt es einen ganzen Weltentaucher.

2. Kriterium: Der Aufbau der Geschichte.

WeltentaucherAm Anfang der Geschichte befinden wir uns in der Vergangenheit. Die Knickerbocker sind damals noch Teenager, und erleben im Skiurlaub eigenartige Dinge. Bis sie sich zerstreiten und ihre Freundschaft in die Brüche geht. Thomas Brezina schreibt hier noch ganz anders wie im Rest des Buches. Er passt sich dem Alter der Charaktere an, hier also noch etwas „kindlicher“. Dann macht man einen Sprung zwanzig Jahre in die Zukunft. Der Schreibstil wird ein anderer, und das ganze wandert auf ein ansprechendes Niveau. Die Knickerbocker sind jetzt erwachsen geworden und haben ihre separaten Geschichten erlebt. Jeder der vier hat etwas anderes durchgemacht und ihre Leben könnten nicht verschiedener sein. Interessant wird es, wenn sie wieder aufeinanderprallen und die damaligen Gefühle, Empfindungen und die Verbundenheit wieder ans Tageslicht kommen. Obwohl sie gruseligen und grausamen Bedingungen auf dieser Insel ausgesetzt sind, nähern sie sich langsam wieder an. Es wurde sehr glaubhaft umgesetzt!
Und wie schon erwähnt, ich wusste bis zum Ende der Geschichte nicht, was sich da im Hintergrund abgespielt hat. Auch hier ein großes Lob.

Sehr gefallen haben mir auch die Perspektivenwechsel. Man kann in die Köpfe der vier hineinblicken, und mit ihren Gedanken verfolgen, aber auch in einige weitere Charaktere, die sich ganz woanders befinden. Man hat zwei Unbekannte, der eine böse, der andere scheint besseres im Sinn zu haben. Und auch noch einige weitere Charaktere die in dieses Projekt „Wir bringen die vier auf die Insel!“ involviert sind. Sehr interessante Denkweisen und gut ausgearbeitete Personen.

Auch hier gibt es natürlich einen ganzen Weltentaucher.

 

3. Kriterium: Die Charaktere.

WeltentaucherIch schwärme weiter. Die Charaktere, also wirklich alle, sind sehr umfangreich und glaubhaft ausgearbeitet. Die Vier natürlich am meisten, denn wir erfahren einiges aus den vergangenen zwanzig Jahren, und lernen sie dadurch besser kennen. Aber auch die anderen Personen in der Geschichte sind super beschrieben. Sei es die Pilotin, die die vier auf die Insel bringt oder die unbekannte Person auf der Jacht. Alle haben ihre Eigenarten und sind auf ihre Weise nett oder eben nicht. Die Personen die ich in dem Buch nicht mochte, mochte ich durch die umfangreiche Erklärung ihres Charakters trotzdem.

 

4. Kriterium: Die Spannung bzw. ob mich das Buch gefesselt hat. 

WeltentaucherIch habe das Buch oft am Abend gelesen, bis es irgendwann nicht mehr ging. Ich bin dann doch ein bisschen ein „Hosenscheißer“ und hab ein bisserl Angst bekommen. Die Ereignisse auf der Insel trieben mir die Gänsehaut empor. Es war Blut im Spiel, natürlich, deswegen war es ja so gruselig. Und dann auch noch Geister? Ja, so in etwa. Denn ihr wisst ja, alte Geister ruhen unsanft. ;)

Das Buch hat mich sehr gefesselt, denn durch die Perspektiven- und Ortswechel war das Buch sehr lebendig. Es passierte ständig etwas, und nicht nur den Vieren blieb oft die Luft weg.
Natürlich hat auch das Mysteriöse zur Spannung beigetragen. Man will einfach wissen, wie es weitergeht, und was sich hinter den Geheimnissen auf der Insel und in der Vergangenheit verbirgt.

Keine Überraschung: auch hier gibt es einen ganzen Weltentaucher.

 

5. Kriterium: Die Schreibweise.

WeltentaucherMich hat es am Anfang ein bisschen stutzig gemacht, als man eben von den Knickerbockern im Teenager Alter las, weil doch der gewählte Schreibstil eher für jüngere gedacht war. Nach gefühlten 20 Seiten gab es dann den Sprung und ich war total überrascht, wie sich der Schreibstil gewandelt hat. Thomas Brezina hat ja immer nur Kinderbücher geschrieben, soweit ich weiß, aber hier hat man den Beweis, wie wandelbar seine Schreibweise ist. Er baut die Spannung auf, fügt überraschende Wendungen hinzu und lässt das Blut hin und wieder rinnen. Ich fands‘ toll!

 

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„Alte Geister ruhen unsanft“ bekommt einen Ehrenplatz im Regal, leicht aufgeschlagen, sodass ich die Signatur immer sehen kann. Es war absolut fesselnd und ich kann es wirklich sehr empfehlen.

Und hier das Foto mit Thomas Brezina bei der Lesung in Graz:

thomas brezina lesung.JPG

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