Rezension: Die Letzten und die Ersten Menschen


„Die Letzten und die Ersten Menschen“ klingt nicht nur extremst spannend, sondern ist auch wahnsinnig faszinierend. Wie wird es mit der Menschheit weitergehen? Wie werden wir uns entwickeln, in verschiedenen Perspektiven. Das Buch ist nicht einfach zu lesen, sondern ist eher geschrieben wie ein Geschichtsbuch gemischt mit Action. Voll mit Fakten und Informationen. Ich bin länger daran gesessen, weil ich keine dieser Informationen verpassen wollte. Es ist aber auf keinen Fall wie ein langweiliges Schulbuch, sondern ein bemerkenswerter Science Fiction Roman. Eine Zukunftsvision die mir den Atem genommen hat und mich schockierte. Wissenschaftliche und auch logisch dargestellte Theorien über die Zukunft, machen das Buch zu einem meiner Lieblingsbücher. Obwohl ich doppelt so lange mit dem lesen brauche. ;)

Das Buch ist eine sehr hochwertige Sammleredition, was man auch sofort merkt, wenn man es in den Händen hält. Das Cover und der Umschlag sind sehr schön gestaltet. Das Buch ist außerdem sehr schwer, weil die Seiten aus einer guten Qualität sind. Es macht Freude es zu lesen!

Ich werde bei meiner Rezension nicht zu sehr ins Detail gehen, weil sehr viele Ereignisse sehr überraschend und unerwartet passieren und ich euch nicht den Lesespaß vermiesen möchte. Ich habe vor dem lesen eine Rezension durchgesehen und hab mich leider ordentlich gespoilert. Das hat mich im Nachhinein wirklich genervt. Vor allem kam es so unerwartet, ihr kennt das sicher. ;) In meiner Rezension gehe ich deswegen eher auf die Schreibweise, die Art des Buches und sehr oberflächlich auf die Idee ein, sodass ihr seht, ob es was für euch ist. Ich will euch auf keinen Fall zu viel verraten!

 


Autor:
 Olaf Stapledon
Originaltitel: Die Letzten und die Ersten Menschen
Seitenanzahl: 464
Preis Gebunden: 25€

Verlag: Piper

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Vielen Dank an den Piper Verlag für dieses unglaublich gute Buch! <3

 

Kurz zum Inhalt:

Das visionäre Zukunftsepos der Science-Fiction-Legende Olaf Stapledon: Was wird uns in 100 Jahren erwarten, welche Zivilisationen werden in 1.000 Jahren regieren, welche Kriege in 500.000 Jahren geschlagen? Welchen kosmischen Lebensformen werden wir in Milliarden Jahren begegnen, und wie wird die Menschheit in undenkbarer, entferntester Zukunft ihr Ende finden? In diesem 1930 erstmals erschienenen Klassiker erzählt Autor und Philosoph Olaf Stapledon die gesamte Menschheitsgeschichte von der Gegenwart bis zum Sterben der letzten Galaxie … Einer der außergewöhnlichsten, faszinierendsten und ambitioniertesten Romane aller Zeiten in hochwertiger Sammlerausstattung.

 

1.Kriterium: Die Idee des Buches.

WeltentaucherDieses Buch ist eigentlich schon ziemlich alt und wurde erst sehr spät ins deutsche übersetzt. 1930 wurde es erstmals veröffentlicht und in den 90er Jahren erschien es auch im deutschsprachigem Raum.

Die Idee dahinter finde ich brillant, denn es umfasst eine Zeitspanne von Milliarden von Jahren. Niemand von uns kann sich denken, was da alles auf uns zukommen wird, der Autor hat sich da aber sehr viele Gedanken darüber gemacht und dieses Buch geschrieben. Die Geschichte ist sehr komplex und unglaublich durchdacht. Es umfasst nicht nur die Fehler der Menschen, sondern geht auch auf ihre Möglichkeiten ein und für was sie sich besser entschieden hätten. Warum sie untergehen und wie sie neu auferstehen, bis uns alle der Tod durch die Sonne erwartet. Und wie wir alle wissen, liegt das gar nicht mehr so lange in der Zukunft. Wir sterben spätestens wenn die Sonne explodiert, bzw. unser Planet zu nahe an der Sonne dran ist, sodass Leben unmöglich wird. Das Buch umfasst also auch das Ende der Menschheit. Das ENDGÜLTIGE Ende mit allen Einzelheiten und wichtigen Geschehnissen dazwischen.

Natürlich klingt das ganze jetzt sehr nach Dokumentation und Sachbuch, und ich kann es gar nicht oft genug erwähnen: Zwischendurch ist es das auch, geht ja gar nicht anders. Aber es ist trotztem sehr spannend und man kann sich ganz in die Welt von Stapledon verlieren.

 

2. Kriterium: Der Aufbau der Geschichte.

WeltentaucherIch sag nur wahnsinnig toll! Das Buch umreißt eine extremst große Zeitspanne und ich war die ganze Zeit nur am staunen, was der Autor sich da ausgedacht hat. Kriege über Kriege. Die Zivilisation stirbt und es kommen die zweiten Menschen. Das geht immer so weiter und man kann als Leser beobachten wie die einen Menschen gehen und die nächsten kommen.

Das Buch ist wie oben schon erwähnt vergleichbar mit einem Geschichtsbuch der Zukunft, sowie mit einem Actionroman. Es sterben Menschen, sie kämpfen ums Überleben etc. Alles was ein Science Fiction Roman braucht hat dieses Buch, es ist halt nur ein bisschen anders erzählt. Natürlich handelt es sich nicht um exakte Vorhersagen der Zukunft, denn man darf nicht vergessen, dass es sich hier um einen SF Roman handelt, aber ich glaube, dass er schon ziemlich nah dran ist. Für mich klingt vieles sehr logisch, muss aber erwähnen, dass ich was die Zukunft betrifft sehr offen bin und mich mit einer Idee sehr schnell anfreunden kann. Ob sich jeder mit seiner erfundenen Zukunft anfreunden kann, ist schwer zu sagen. Ich bin ein Mensch, der solche Zukunftsvorhersagen gerne glaubt, denn warum auch nicht? Jules Verne beschrieb in seinem Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ eine Art Boot, wo man unter Wasser längere Zeit überleben kann. Er beschrieb, wie es funktioniert und was damit alles möglich ist. Damals gab es aber noch keine U-Boote und wie es funktionieren könnte schon gar nicht. Solche Autoren sind für mich Visionäre, deren Gedanken sich oft ziemlich nah an die Zukunft anpassen. Ich liebe Jules Vernes Roman und mir geht es auch gleich mit diesem Buch.

Trotzdem hat mir teilweise die Spannung gefehlt, was auf die Erzählweise zurückzuführen ist. Teilweise war es wie eine Dokumentation geschrieben und ich hätte mir mehr Charaktere gewünscht.

 

3. Kriterium: Die Charaktere.

WeltentaucherDie Charaktere sind hier „die Menschheit“. Es gibt kaum Dialoge, sondern oft nur erzählte Aussagen von wichtigen Personen, die für die weiteren Geschehnisse wichtig sind. Im Buch wird auf fast kein Einzelschicksal eingegangen. Also keine Personen mit denen man mitleiden und mitfiebern kann. Man hat hauptsächlich die menschliche Rasse vor sich und lernt nur wenige Personen kennen. Keine Gefühle und keine genauen Einzelheiten. Zwischendurch fand ich das sehr schade, denn in einem SF Roman sollten auch immer Personen vorkomme, mit denen man sich  identifizieren kann. Eigentlich ja in jedem Roman. Auf der anderen Seite störte es mich gar nicht, weil ich an den Geschehnisse die noch kommen viel mehr interessiert war. Die Einzelschicksale hab ich mir zwischendurch einfach selbst ausgedacht, mit ein bisschen Fantasie.

Das ist auch vielleicht der Hauptkritikpunkt, der vielen Leser stören könnte. Das man eben keine Figuren hat, mit denen man durchs Buch geht. Man sollte sich deswegen vielleicht im Vorhinein informieren, dann hat man auch keine falschen Erwartungen. Denn wenn man überrascht wird und fast keine richtigen Personen auftauchen, die man gerne hat, ist man vielleicht sehr enttäuscht. Ich habe das schon vorher gewusst, und hatte deswegen keine falschen Erwartungen. Meine Erwartungen wurden sogar mehr als erfüllt. Ich hätte nicht mit einer so komplexe und detailreiche Zukunft gerechnet. Deswegen vergebe ich auch hier die komplette Punktezahl, denn für mich war es so wie es ist mehr als in Ordnung!

 

4. Kriterium: Die Spannung bzw. ob mich das Buch gefesselt hat. 

WeltentaucherNatürlich war die Spannung da, obwohl Spannung für mich in diesem Buch etwas anderes bedeutet hat. Weil es eben keine wirklichen Charaktere zum mitfiebern gibt, hat der Autor die Spannung durch die Ungewissheit der Zukunft aufgebaut. Durch die Katastrophen und die Kriege auf die die Menschen zusteuerten. Ich war immer neugierig was als nächstes kommen wird und wann die Menschheit erneut ausstirbt und unter welchen Umständen. Zwischendurch hätten die Kapitel länger sein können und gewisse waren meiner Meinung nach zu langatmig. Der Autor hat sich in diesen langatmigen Kapiteln etwas verrannt… Da hat halt die Spannung sehr nachgelassen. Trotzdem vergebe ich hier einen ganzen Weltentaucher, weil das Buch an sich faszinierend spannend war.

 

5. Kriterium: Die Schreibweise.

WeltentaucherDie Schreibweise des Autors ist sehr gewöhnungsbedürftig und man braucht einige Zeit um das Buch flüssig lesen zu können ohne zu stocken. Die Sprache ist wahnsinnig gut und die Ausdrucksweise des Autors auf eine gute Weise alt. Ich meine klar, er hat es ja vor fast 100 Jahren geschrieben, da hat man sich noch anders ausgedrückt wie heute. Aber genau das hat mich an diesen Buch fasziniert. Es war so, als würde man in die Vergangenheit abtauchen, obwohl man sich eigentlich in der Zukunft befindet. Auch verwendete er viele Sachbegriffe und drückt sich oft auf einen höheren Level aus, um das mal so zu formulieren. ;) Intellektuell ein Wahnsinn, ich war begeistert! Außerdem die hohen Anzahl an Fakten und Informationen. Dadurch musste ich mir für das Buch sehr viel Zeit nehmen und konnte es nicht am Abend lesen. Vor allem nicht während der Prüfungszeit, wo mein Kopf sowieso schon mit lauter Naturwissenschaften vollgestopft war, war es für mich unmöglich, mich am Abend noch in den nächsten Krieg zu stürzen. Ich wollte halt keine Details verpassen und die Geschichte voll in mich aufsaugen. Es wäre sehr schade etwas zu verpassen, denn dieses Buch ist für mich ein Meisterwerk der Schreib- und Vorstellungskunst. Ein schnelles Durchlesen ist meiner Meinung nach überhaupt nicht möglich, denn das Buch beschäftigt den Leser voll und ganz. Man macht sich selbst Gedanken darüber und kann oft gar nicht aufhören zu lesen. Wenn man einmal angefangen hat, steckt man in der Geschichte drin und sie lässt einen auch nicht mehr los. Auf keinen Fall eine leichte Lektüre, dass muss unbedingt gesagt werden!

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Das Buch ist meiner Meinung nach ein brillantes Meisterwerk, welches viel mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Also die volle Punktzahl! Natürlich ist es ein Buch, dass etwas schwerer zu lesen ist, aber niemand wird es bereuen. Der großartige Schreibstil und diese unendlich detaillierte Idee kann jeden Bücherliebenden begeistern. Ein SF Roman, der einen Ehrenplatz in meinem Regal mehr als verdient hat. Ich kann es sehr empfehlen!

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Ein Kommentar zu „Rezension: Die Letzten und die Ersten Menschen

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