Rezension: 2054


Jung gegen Alt. Grundsätzlich findet das ja auch heute schon im kleinsten Ausmaß statt. Die Alten lästern wie schlimm die Jugend geworden ist, und die Jugend will mit den Alten nichts zu tun haben. Ich glaube, dass viele Jugendliche so denken und auch genervt sind. Sei es in der Straßenbahn, wo man für die Alten Platz machen muss und seinen geliebten Sitzplatz hergeben muss. Oder diese Diskussionen die ich oft im Bus schon mit anhörte, dass unsere Pension einmal sehr schlecht ausfallen wird. Oder einfach nur, wenn den Jungen der Respekt gegenüber den Äleren fehlt, oder die Älteren der jüngeren Generation nicht Platz macht. Natürlich denken viele nicht so, aber leider denken viele genau so.

Der Roman von Egbert Osterwald greift dieses jetzt noch kleine Problem auf und entführt den Leser in eine Welt, in der die Alten die Mehrheit haben und die Jungen nichts bewegen können. Eine Welt in der die Jungen die Alten hassen und die Alten die Jungen unterdrücken. Ach….es könnte so schlimm werden!

2054 - Jahr der Entscheidung von [Osterwald, Egbert]
Autor: Egbert Osterwald
Originaltitel: 2054 – Jahr der Entscheidung
Seitenanzahl: 337
Preis E-Book: 3,99€

Verlag: Endeavour Press

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Kurz zum Inhalt:

Deutschland im Jahr 2054: Die Überalterung der Gesellschaft ist so weit fortgeschritten, dass die Über-60-Jährigen die Mehrheit stellen – in der Gesellschaft und der Politik. Die arbeitende Bevölkerung finanziert den kostspieligen Lebensabend und für Kinder bleibt kein Geld.

Die Stimmung im Land ist angespannt und droht zu kippen, als der oberste Geheimdienstchef in seinem eigenen Haus ermordet wird. Die Tat lässt auf eine mächtige, perfekt organisierte Gruppe schließen, der sich die zwei Ermittler Cender und Wende gegenübersehen. Bald erhalten sie zudem Hinweise auf einem geplanten Giftgasanschlag anlässlich eines internationalen Fußballspiels, der mit dem Mord zusammenzuhängen scheint.

Die Bekennerschreiben stammen allesamt von Alten, die sich vor Entmündigung fürchten. Die eigentlichen Verdächtigen sind jedoch Junge, allen voran die Fortschrittspartei Bewegung 44 mit ihrem charismatischen Vorsitzenden Karsten Meister.

Wie lange kann diese zum Scheitern verurteilte Gesellschaft noch friedlich gelenkt werden? Steckt ein größerer Plan hinter dem Anschlag? Und wird es Cender, Wende und Karsten Meisters Pressesprecher, Hagen Conradi, gelingen, den Tod von hunderttausenden unschuldigen Opfern zu vereiteln?

 

1.Kriterium: Die Idee des Buches.

WeltentaucherWie ihr sicher schon in meiner Einleitung mitbekommen habt, bin ich von der Idee sehr angetan, weil es für mich sehr realistisch ist. Es behandelt viele verschiedene Themen, von Terrorismus über Politik bis hin zu den Jugendlichen die sich gegen das System wehren. Aber hier sind ja auch noch die Alten im Altersheim die das System ausnutzen. Es herrscht Krieg, wie es im Buch beschrieben wird, und ich kann es auch verstehen. Stellt euch eine Welt vor, in der es normal ist, dass alte gebrechliche Menschen im Café zusammengeschlagen werden. Schrecklich aber leider auch vorstellbar. In diesem Buch fragt man sich: „Wie weit wird die Welt gehen? Wie schrecklich könnte es werden?“ Heute könnte sowas nie passieren, aber in der Zukunft? Wer weiß… Alles ist irgendwie verrückt…

Der Autor hatte eine spannende Idee, die mich überzeugt hat.

 

2. Kriterium: Der Aufbau der Geschichte.

halber WeltentaucherIch brauchte einige Zeit, bis ich richtig ins Buch hineingefunden habe. Es sind sehr viele verschiedene Sichtweisen, die oft gewechselt werden. Das war für mich anfangs etwas verwirrend, weil ich auch mit den Namen durcheinander kam. Ich fand diese teilweise sehr ähnlich. Im Nachhinein dachte ich mir, warum habe ich diese Personen bloß verwechselt.

Das Buch ist so aufgebaut, das man Einblicke in viele Schichten bekommt. Polizisten, alte sowie junge Politiker, Sportler und Journalisten. Ich fand das sehr interessant zu beobachten, denn es führte mich mehr in das Buch hinein.

Hier hab ich jedoch eine Kleinigkeit auszusetzen. Ich mag kein Fußball und ich fand es irgendwie nicht so toll, dass der Autor auch auf diesen Sport eingegangen ist. Ist halt Geschmackssache, mich hats gestört, obwohl es so selten vorkam…

 

3. Kriterium: Die Charaktere.

WeltentaucherDie Charaktere fand ich sehr unpersönlich, obwohl man viel Einblicke in ihr Leben bekommt, bzw. eher in ihren Beruf. Der Leser wurde in dieser Weise eher auf Distanz gehalten und ich konnte mich gefühlsmäßig nicht in die Personen hineinfühlen. Man versteht zwar ihre Reaktionen und diese sind auch komplett logisch, aber dennoch baut man keine Beziehung zu ihnen auf.

So wie das Buch aufgebaut und geschrieben ist, passen die Charaktere, so wie sie beschrieben werden, wider rum sehr gut dazu. Das Buch soll ja eher auf das Problem und die Lage des Landes mit den Charakteren aufmerksam machen. Die Gefühle spielen in dem Sinn eine Rolle, weil man ihren Hass sehr stark spüren kann.

Also die Art von Charakteren für diese Art von Buch perfekt.

 

4. Kriterium: Die Spannung, bzw. ob mich das Buch gefesselt hat. 

WeltentaucherEs dauerte etwas, bis mich das Buch komplett gefesselt hat, denn ich hätte nicht mit so viel Politik gerechnet. Anfangs fand ich es zu viel, dann aber fand ich meinen Gefallen daran. Es war sehr spannend die Parteien und die Reaktionen der Bevölkerung zu beobachten. Auch die Polizeiarbeit fand ich interessant und komplex aufgebaut. Der Leser bekommt ja durch die vielen Sichtweisen mehr Einblicke und fiebert mit, dass die Polizei auf die richtige Spur kommt, denn man selbst weiß ja genau wie es abgelaufen ist.

 

5. Kriterium: Die Schreibweise.

WeltentaucherDas Buch ist sehr hochwertig und mit viel durchdachten Sätzen ausgearbeitet. Man merkt, dass sich der Autor sehr mit seiner Idee beschäftigt und diese mit viel Liebe ausgearbeitet hat. Trotz der vielen Politik wurde nicht fachgesimpelt, weswegen das Buch sehr einfach und flüssig zu lesen ist.

Das Buch ist trotzdem sehr anspruchsvoll, denn es passieren viele Dinge sehr plötzlich. Wenn man im Zug liest, und zum Beispiel lärmende Kinder neben einen sitzen hat, würde ich eher davon abraten. Da ist ein einfacherer Liebesroman besser. ;) Man muss sich also schon Zeit dafür nehmen und es in Ruhe lesen. Denn man will sicher nichts verpassen!

 

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Das Buch hat mich wirklich begeistert, die Idee sowie die Ausarbeitung fand ich durchdacht und spannend geschrieben. Ein dystopischer Thriller der einen zum nachdenken bringt und einem sicher nicht mehr so schnell loslässt. Und glaubt mir: jeder der vorher nicht seinen Platz in der Straßenbahn für ältere Menschen hergeben wollte, wird das nach diesem Buch sehr gerne tun.

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2 Kommentare zu „Rezension: 2054

  1. Hallo,

    sagen wir es mal so bei Fussball kommt jeder mit jedem zusammen..vielleicht hat der Autor deshalb diesen Punkt der Gemeinsamkeit benutzt in seinem Roman.

    LG..Karin…

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    1. Huhu Karin,
      ja, da hast du wirklich recht. :-) Da treffen sich viele Gesellschaftsschichten. In dieser Hinsicht hätte ich es gar nicht so schlimm gefunden, wenn er „Fußball Momente“ beschrieben hätte. Leider waren es nur Nachrichtensendungen sozusagen, wo über die Championsleague oder was es da auch sonst noch so gibt (kenn mich gar nicht aus) berichtet wurde… Leider nichts mit Gesellschaftstreff… Ist aber natürlich Geschmackssache. Es ist nur eine Kleinigkeit, mir hats halt nicht gefallen.
      Lg Julia

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