Rezension: Willkommen in Night Vale


Verrückt! Verrückt beschreibt das Buch am besten. Es ist verrückt. Es passieren Dinge, die man so nie erwartet hätte. Aber sie passieren, und zwar in Night Vale. Verrückte Dinge in Night Vale. Fragen Sie Ihren Nachbarn, was in Night Vale passiert. Sie werden aber keine Antwort bekommen, denn es ist verboten mit anderen darüber zu reden. Die Dusche ist ihr Freund. Mit ihr können Sie darüber reden. Aber Sie dürfen es nicht wissen. Die Dusche ist nicht ihr Freund. Night Vale ist verrückt.

Ich habe mal einen kleinen Text dahin gezaubert und versucht den Schreibstil der beiden Autoren nachzuahmen. Ich glaube, es ist mir recht gut gelungen! Natürlich ist nicht jede Seite im Buch so. Es gibt auch normale Stellen, die dann durch unglaublich verrückte Details trotzdem wieder verrückt werden. Glauben Sie mir nicht? Es ist Ihr gutes Recht mir nicht zu glauben, warum sollten Sie auch. Sie kennen mich nicht und wissen nicht, ob ich die Wahrheit spreche. Vertrauen Sie niemals einen Bibliothekar!

Ach verdammt! Ich habe mich in dieses Buch verliebt! Und nicht nur weil es so verrückt und einfach nur unfassbar verwirrend und kompliziert ist, sondern weil es etwas neues ist. Es erinnerte mich teilweise an die Trilogie von Jeff Vandermeer. Nur um einiges verrückter. Einfach „Night Vale“. Natürlich mag nicht jeder diese Art von Buch, das ist klar. Ich kann mir vorstellen, dass es viele als nervig und anstrengend empfinden. Ärzte empfehlen deshalb eine Leseprobe durchzuführen, bevor das Buch gekauft wird. Niemandvertraut Ärzten. Gleich an der ersten Seite könnt ihr den Schreibstil deutlich erkennen. Natürlich ist dieser nicht immer so „Night Vale“-verrückt. Aber eigentlich ist die ganze Geschichte einfach nur …. Jetzt kommen die Verkehrsmeldungen!

 

night vale cover.PNG
Autor: Joseph Fink, Jeffrey Cranor
Originaltitel: Wilkommen in Night Vale
Seitenanzahl: 378
Preis Hardcover: 19,95€
Verlag: Klett-Cotta

 

Kurz zum Inhalt:

Night Vale, ein Städtchen in der Wüste. Irgendwo in der Weite des amerikanischen Südwestens. Geister, Engel, Aliens oder ein Haus, das nachdenkt, gehören hier zum Alltag. Night Vale ist völlig anders als alle anderen Städte, die Sie kennen – und doch seltsam vertraut.

Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte ‚King City‘ geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von ‚King City‘ zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat.

 

1. Kriterium: Die Idee des Buches.

WeltentaucherIch bin einfach nur begeistert! Ich habe dieses Buch verschlungen, weil es einfach so anders war und ganz neu! Ich kann euch versprechen, dass ihr noch nie so ein Buch gelesen habt, und wenn doch, sagt mir unbedingt den Titel, denn dann muss ich es auch lesen!

Häuser denken und haben Gefühle, die Wüste hat Gefühle, Tiere haben keine Gefühle.

Wie kommt man nur auf so etwas! Die Autoren haben sich glaube ich hingesetzt und sich eine ganz normale Situation vorgestellt und dann das kurioseste daraus gemacht, was es nur überhaupt gibt. Oder habt ihr schon mal einen Polizisten gesehen, der wie ein Hund robbt um einen Zettel in eine Folie zu tun? Nein? Dann wart ihr noch nicht in Night Vale!

Und nein! Ich übertreibe in keinster Weise!

Natürlich hat das Buch auch eine unfassbar spannende Handlung!

 

2. Kriterium: Der Aufbau der Geschichte.

WeltentaucherDie Geschichte hat ein Ziel, dass erkannte ich gleich nach den ersten Kapiteln. Es geht auf eine bestimmte Richtung zu, die es zu erreichen gibt. Natürlich gibt es viele Hindernisse, die den Leser durch ganz Night Vale führen. Die Geschichte wird aus zwei Sichten erzählt, die sich nach einigen Kapiteln kreuzen und dann unmittelbar miteinander verwoben sind. Es gibt Geheimnisse. Viele gibt es. Es sind Geheimnisse.

Es gibt auch Dinge, die keine Geheimnisse sind, die der Leser trotzdem erst immer nach und nach erfährt. Sie werden nicht geheim gehalten, sondern einfach nicht erzählt.

Ich finde es wirklich sehr gut, dass man viel von Night Vale kennen lernt, also von der Stadt. So kann man sich von diesem Ort gleich viel besser einen Rundumblick verschaffen.

Es ist immer die Rede von diesem bestimmten Ort, den es gibt aber auch wieder nicht gibt. „King City“ ist in aller Munde, doch niemand weiß um was es wirklich geht. Die Geschichte ist sehr gut aufgebaut, denn jeder scheint ein bisschen darüber Bescheid zu wissen.

Man wird als Leser trotzdem bis zum Ende im Dunkeln gelassen.

 

3. Kriterium: Die Charaktere.

WeltentaucherWie soll es auch anders sein: sie sind zutiefst eigenartig und verrückt, sonst würden sie auch nicht in diese Stadt passen. Aber Hauptsache die beiden Hauptfiguren sind noch am normalsten. Die zwei Frauen, um denen es hauptsächlich geht, sind sehr sympathisch und eigentlich ziemlich normal. Jede hat einen Charakter, der ziemlich stark ausgeprägt ist und einen die Figuren viel deutlicher darstellen.Das fand ich sehr gut.

Es gibt auch einige Nebencharaktere, die hauptsächlich verrückt sind.

In diesem Buch stehen aber meiner Meinung nach die kuriosen Ereignisse und die Neugierde bezüglich King City im Vordergrund. Für mich war hier die Idee entscheidend, die Charaktere waren nur das Sahnehäubchen.

 

4. Kriterium: Die Spannung, bzw. ob das Buch mich gefesselt hat.

WeltentaucherIch glaube, dass schon jeder gemerkt hat, wie sehr mich das Buch gefesselt hat. Man will ab den ersten Kapitel wissen, was noch alles kommt und was jetzt eigentlich die Auflösung des Ganzen ist. Die Spannung war für mich also immer da. Sie es, weil gerade wieder ein Geheimnis aufgelöst worden ist, oder weil ich ein neues skurriles Detail erfahren habe.

 

 

 

5. Kriterium: Die Schreibweise

WeltentaucherSehr, sehr, sehr gewöhnungsbedürftige, kompliziert und eigenartig. Dieser Schreibstil gefällt nicht jeden, dass ist vollkommen klar. Er ist auch sehr eigen! Deswegen unbedingt eine Leseprobe lesen!

Ich habe ja am Anfang der Rezension schon versucht, den Schreibstil ein bisschen nachzuahmen, damit ihr einen kleinen Einblick bekommt.

Ich habe gar keine Energie verschwendet mich über die teilweise verwirrende Schreibweise zu ärgern, sondern es einfach so hingenommen. Und das ist das beste was man machen kann! So kommt diese Stadt nochmal so richtig zur Geltung und ich habe mich in diese spezielle Schreibweise verliebt! :D

Es macht einen beim lesen selbst etwas verrückt, wenn man sich richtig reinfühlt. Ich war so vertieft und bin nach dem Lesen unter der Dusche gestanden und hab mir gedacht, was sie wohl denkt. Zu meiner Verteidigung: es war sehr spät am Abend und ich war richtig müde.

Das Buch begleitet einen auf jeden Fall noch eine Weile, und das finde ich toll!

 

WeltentaucherWeltentaucherWeltentaucherWeltentaucherWeltentaucher

 

 

 

 

 

 

Zusammengefasst kann ich dem Buch nur 5 Weltentaucher geben. Das geht gar nicht anders! Hat mein Haus gesagt. ;)

Es war spannend, aufregend, erfrischend und verrückt. Das Wort „verrückt“ hat mich wirklich durch das ganze Buch und durch die Rezension begleitet. Aber ich kann es einfach nicht anders beschreiben.

Ich kann euch nur wärmstens empfehlen euch die Leseprobe anzusehen und wenn es gefällt, das ganze Buch zu lesen. Man musich auf Night Vale einlassen, ansonsten ist das Buch für euch nichts und ihr legt es nach einer Weile zur Seite.

Ich hab mich eingelassen und wurde mit offenen Armen begrüßt:


„Willkommen in Night Vale“!!!

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12 Kommentare zu „Rezension: Willkommen in Night Vale

      1. Ja, klar. Es gibt dann auf jeden Fall eine Rezension dazu. Ich bin schon richtig gespannt, weil ich den Podcast nicht kannte und mir auch noch nicht so richtig etwas unter dem Titel vorstellen kann. 😊

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      2. Oh super, die werde ich mir dann auf jeden Fall durchlesen! :)
        Ich hab erst im nachhinein herausgefunden, dass es auch einen Podcast gibt. Hatte noch keine Zeit reinzuschnuppern.
        Da gings mir komplett gleich wie dir. Ich konnte mir auch nichts darunter vorstellen und es ist dann auch ganz anders gekommen als erwartet. :)
        Es geht halt wirklich nur über diese komische Stadt mit ihren komischen „Leuten“. ;)

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      3. Na dann werde ich mal schauen. Zuerst gibt es noch zwei, drei Bücher aus der Bibliothek „abzuarbeiten“, damit ich mit den netten Bibliothekarinnen keinen Stress bekomme… :) Aber dann! Dann kann es losgehen mit „Nightvale“. 😊

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      4. Wirklich gut gesagt ;) Passt grad sehr gut zum Thema: die Bibliothekare hihi :D
        Dann verärgere sie ja nicht, man weiß nie, was man von Bibliothekare erwarten muss. In Night Vale fressen sie dich. xD
        Dann mal viel Spaß mit den anderen Büchern ;)

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  1. Wow, verrückt! Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sein muss, dieses Buch zu lesen (das, wenn auch im Original, in meinem Regal derzeit noch auf seinen Einsatz wartet), OHNE den podcast zu kennen!!! Den kann ich auch wirklich nur jedem empfehlen, sei es nach oder vor dem Lesen – ziemlich sicher machen etliche Dinge viel mehr Sinn und vielleicht auch noch mehr Spaß, wenn man Night Vale nicht gleich wieder verlässt :D

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  2. Ich finds cool wie du die Rezension geschrieben hast! Man hat echt Lust es zu lesen, obwohl es eigentlich gar nicht mein Fall sein wird (der Schreibstil den du anfangs nachgeahmt hast, würde mich wahnsinnig machen lach

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