Rezension: Drachenbrüder


Ich stehe dem Thema Drachen etwas skeptisch gegenüber. Versteht mich nicht falsch, ich finde diese Kreaturen interessant, aufregend und wirklich fantastisch, nur meistens sind es Geschichten über Kriege oder bösartige Drachen. Ich bin kein Fan von diesem typischen Verhalten von Drachen, wie zum Beispiel in Herr der Ringe. Da gefallen mir die in Game of Thrones besser, da sie eine Bindung mit ihrer Herrin aufbauen.

Erfrischend war es dieses Buch zu lesen. Keine Schlachten, keine blutrünstigen Drachen oder zu aggressives Verhalten. Auch hier wird liebevoll mit diesen Kreaturen umgegangen! Es geht um Drachen die im Einklang mit den Menschen leben. Drachen, die die Menschen respektieren mit ihnen leben und mit ihnen auf einer gewissen Ebene verbunden sind. Brüder, wie ich sie noch nicht kennen lernen durfte. Eine unbekannte Welt wartet auf den Leser, mit einem brüderlichen Abenteuer. Es geht um Liebe, Frieden und Familie.

 

Kurz zum Inhalt:

Unter den Millionen Augen der Lichter lebt das Drachenvolk von Leotrim.
Der Drache Norwin hat einen schwierigen Start ins Leben. Eine Amme lässt sein Ei fallen, die Schale ist beschädigt, ein Flügel verletzt. Es wird schnell klar, er wird nie fliegen können. Als er alt genug ist, kommt sein menschlicher Vater, um ihn bei den Menschen leben zu lassen. Die Drachenmutter muss darauf hoffen, dass die jahrhundertealte Verbindung zwischen den Völkern ausreicht, um Norwin einen Platz in ihrer Mitte finden zu lassen.
Anfänglich hat sein halbgebürtiger Bruder Ambro Schwierigkeiten, etwas mit seinem Drachenbruder anzufangen. Die beiden passen nirgends hin. Jeder in Leotrim hat seinen Platz, seine Aufgabe.
Diese beiden müssen nun selbst herausfinden, wofür sie gut sind.

 

1. Kriterium: Die Idee des Buches:

WeltentaucherWie ich schon oben erwähnt habe, gefiel mir die Idee sehr gut. Es ist eine ganz andere Herangehensweise an Drachen (soweit ich Drachengeschichten kenne). Eine ganz neue Welt, mit wirklich schönen Ideen. Das grüne gefährliche Meer, oder auch die junge uralte Chronistin. Auch gefiel mir die Einteilung der Drachen, beispielsweise Flugdrachen oder Erdrachen, sehr. Und dann erst die Gedankensprache…

Die Autorin baute viele kleine Details ein, die ihre Welt noch mehr zum Leben erwachen ließen. Schon mal von einem laufendem Haus gehört?

 

2. Kriterium: Der Aufbau der Geschichte.

WeltentaucherEs geht ein schöner roter Faden durch das Buch. Man lernt den Alltag der beiden Brüder kennen, ihre Probleme, ihre schönen Erlebnisse und ihr Abenteuer. Auf Ambro und Norwin wartet noch so einiges, das ist klar. Die Geschichte wird aus mehreren Bereichen beleuchtet. Sowohl von Ambro und Norwin, als auch von Hangameh und dem alten Drachen um den sich einige Mythen rangen. Man bekommt also einen Rundumblick von dieser noch unbekannten Welt und kann gut darin eintauchen.

 

3. Kriterium: Die Charaktere.

WeltentaucherDie Autorin hat die Charaktere liebevoll ausgearbeitet. Vor allem Norwin und Ambro. Ihre Bindung die sich immer weiter verbessert, wird sehr detailliert und verständlich beschrieben. Ich als Leser wollte am liebsten Ambro anschreien, dass er seinen Drachen zu hören soll (mehr sag ich nicht dazu).

Die Gefühle kommen sehr stark rüber, obwohl nicht viel darauf eingegangen wird. Man merkt aus der Situation heraus, wie es Ambro geht oder auch durch Norwins Verhalten. Sehr gefallen hat mir auch Hangameh. Eine uralte Frau im Körper eines kleinen Mädchens. Das kling ein wenig skurril, was es eigentlich auch ist. Aber es ist interessant und aufregend wie sie sich den Respekt der anderen verdient.

Der Drache Norwin ist mir sofort ans Herz gewachsen. Der kleine hat ja einen verletzten Flügel, was das ganze irgendwie zuerst traurig macht. Ich hatte da ein genaues Bild von Norwin im Kopf, dass ich ihn am liebsten gleich geknuddelt hätte!

 

4. Kriterium: Die Spannung, bzw. ob das Buch mich gefesselt hat.

halber WeltentaucherSo richtig spannend war das Buch in gewisser Weise nicht. Nicht zu voreilig urteilen! Man verfolgt zwar, wie die beiden Brüder näher zusammenwachsen und auch die kurze Reise zu Hangameh, aber von richtiger Spannung kann ich nicht sprechen. Es ist eher die Neugierde die mich angetrieben hat. Die Neugierde was noch kommt und was ihn dort erwartet. Spannend fand ich die Begegnung mit den Meerdrachen, oder was mit dem alten Drachen passiert. Da war sie da. Hier vergebe ich nur einen halben Weltentaucher, weil mich das Buch trotzdem auf seine eigene Weise gefesselt hat. :)

 

5. Kriterium: Die Schreibweise.

WeltentaucherDie Schreibweise der Autorin gefällt mir sehr gut, weil sich das Buch sehr leicht und schnell lesen lässt. Man taucht in diese Welt komplett ein und kann loslassen und alles rundherum vergessen. Das fand ich fantastisch. Obwohl es in der Geschichte um einen kleinen Jungen geht, ist die Geschichte trotzdem auch für Erwachsene geeignet. Die Sprache ist hochwertig und wirklich schön.

 

 

 

WeltentaucherWeltentaucherWeltentaucherWeltentaucherhalber Weltentaucher

 

 

 

 

 

Das Buch hat seine 4,5 Weltentaucher verdient! Es ist eine schöne und liebevoll aufgebaute Geschichte, die mir sehr gefallen hat. Für alle, die sonst nicht so auf die typischen Drachengeschichten stehen, sehr empfehlenswert! Natürlich werden auch die allgemeinen Drachenfans auf ihre Kosten kommen. Grundsätzlich für alle Fantasie Liebhaber: schnuppert mal rein, es wird euch sehr gefallen. Ich kann es euch empfehlen! :)

 

Hier könnt ihr euch das Buch gleich kaufen!

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7 Kommentare zu „Rezension: Drachenbrüder

  1. Ich finde Drachen vor allem eins: Kitschig. Du sagst, dass es eine eher untypische Drachengeschichte ist. Aber da frag ich mich doch gleich – was ist denn für dich eine typische Version davon?

    Versteh mich nicht falsch, Fantasy ist mein liebstes Genre. Aber wenn das Cover oder der Titel in die Richtung von Orcs, Zwergen, Elfen und eben Drachen geht, schaue ich meistens nicht mal in das Buch rein – diese High-Fantasy ist mir mittlerweile viel zu abgedroschen.

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    1. Ich kann dich vollkommen verstehen. Ich mag keine Orcs und auch keine Zwerge und somit auch nicht wirklich die typischen Drachen. Wie ich in der Rezi schrieb: typische Drachengeschichten sind für mich Krieg und Todschlag. Böse Gestalten! Diese hier sind nicht böse sondern arbeiten mit den Menschen zusammen. Es ist eine andere Herangehensweise. Also ich versteh dich. Elfen und so gar nicht meins! Die Drachen hier sind anders… Verstehst du was ich meine?

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      1. Ich glaube schon. Bekannte Thematik mit anderem Blickfeld, quasi. Der Inhalt hört sich für mich so an, als gäbe es kein großes Ziel, das es zu erreichen gilt. Keinen total gerissenen, hyperintelligenten und charmanten Endgegner, der die Fäden aus dem Hintergrund zieht (leichter Seitenhieb für so ziemlich jeden zweiten Fantasyroman out there ;D) den es zu besiegen gilt.

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      2. Genau so ist es.
        Ja, da hast du allerdings recht. Das Ziel ist nicht wahnsinnig groß. es sozusagen, dass sich die beiden Brüder näherkommen. Es geht irgendwie einfach so dahin und ist nett zu lesen. Man muss halt wissen, dass es um einen kleinen Jungen geht. Es ist nicht kindisch geschrieben, sondern sehr hochwärtig. Nur man brauch hier keine großen Abenteuer wie bei Herr der Ringe oder so erwarten. Trotzdem fand ich das erfrischend und echt gut. Man sollte auf jeden Fall in die Leseprobe reinschnuppern, bevor man es sich kauft und sehen ob einem das gefällt. Ich mochte einfach diese neue Welt mit der neuen Idee von Drachen die mit Menschen sprechen und sie auch unterstützen. Das Buch ist halt auch sehr dünn, da passt keine riesige Hintergrundgeschichte rein. Also auch keine vielen Nebenhandlungen. Ein schönes Buch für zwischendurch trifft es gut. Welche Fanatsybücher liest du denn so? :)

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  2. Kann dir da oben irgendwie nicht antworten, deswegen mache ich das einfach mal hier. Ich lese am liebsten Fantasyromane, bei denen die Fantasy in den Hintergrund rückt. Am wichtigsten sind mir immer die Charaktere, die Beziehungen zwischen den Charakteren und die Charakterentwicklung – alles unabhängig vom Genre. Allerdings findet man sowas wie Charakterentwicklung oft am deutlichsten in Fantasybüchern. Eine Fantasytrilogie bestehend aus drei dicken Büchern? Oh ja, bitte.
    Mein absoluter Lieblingsautor ist Brent Weeks. Von Brandon Sanderson hab ich auch einiges gelesen. Beide haben in ihren Trilogien ihre eigenen „Fantasysysteme“, im Vordergrund stehen aber ganz klar die Protagonisten. Ich würde so weit gehen, es als realistische Fantasy zu beschreiben – man macht sich beim Lesen nämlich nicht Gedanken um Magie o.Ä., sondern um Moral und Gefühle.
    Und wie gesagt: Klischeehafte High-Fantasy aka Herr der Ringe & Warcraft mag ich eigentlich gar nicht. Bzw. nicht mehr. Früher war halt alles anders :p

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