Rezension: Schneegrenze


Bewertung: ♥♥♥♥ (4 von 5 Herzen)

Der erste Roman von Jan Frederik Loh ist ein gelungenes Drama, das mich am Ende sehr mitgenommen hat und mich jetzt nicht mehr loslässt. Es geht so schnell, dass man auf die falsche Bahn abrutscht und sein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommt. Das bekommt man in diesem Buch deutlich zu spüren. Drogen können alles zu nichte machen…
Kurz zum Inhalt:
Seit Paul mit Eva zusammen ist, führt er ein normales Leben. Drogeneskapaden und Gaunereien gehören der Vergangenheit an. Eigentlich könnte alles perfekt sein, doch Eva will ein Kind, bevor sie dreißig ist. Und davor eine Hochzeit. Als Eva im Urlaub ist und Paul gemütlich auf dem Sofa herumlungert, steht plötzlich sein alter Kumpel Mesut vor der Tür. Obwohl sie sich seit Jahren nicht gesehen haben, gelingt es Mesut, Paul zu einer Fahrt an die Nordsee zu überreden. Was als nostalgischer Roadtrip unter Freunden beginnt, nimmt jedoch eine Wendung, die Paul nicht erwartet hätte. Unverhofft bietet sich ihm die Gelegenheit, auf illegale Weise an ein kleines Vermögen zu kommen.

Durch den Klappentext erwartet man vielleicht einen humorvollen Roadtrip, doch der Gegenteil ist der Fall. Es zeigt einem die schlechten Seiten des Lebens, wie ich oben schon erwähnt habe. Die Geschichte wird aus Pauls Sicht erzählt, wodurch man einen Einblick in sein Inneres bekommt und den Abstieg miterleben kann. Seine Drogensucht und seine Lügen, kann der Leser beobachten. Oft dachte ich mir einfach: das kann doch nicht wahr sein. Man will, dass er sich wieder in den Griff bekommt! Das hat mich beim lesen sehr traurig gestimmt.

Der Schreibstil ist ganz eigen und hat leider nicht meinen Geschmack getroffen. Es ist so geschrieben wie man in echt denkt und redet, wodurch die Geschichte authentischer wirkt, aber ich persönlich mag das trotzdem nicht so gerne. Oft waren langen Gespräche nur in direkter Rede, wodurch man sich sehr konzentrieren muss, wer jetzt gerade was sagt. Der Schreibstil ist aber natürlich Geschmackssache!
Trotzdem habe ich einen tollen Lesefluss aufbauen können, da die Sätze sehr einfach und nicht kompliziert sind. Es gibt auch sehr viele kurze Kapitel, was mir sehr gefallen hat. So kannte man das Buch schnell einmal zur Seite legen.

Es gibt viele Charaktere, die man sich einfach merkt. Am Anfang war es schwer für mich eine Sympathie zu ihnen aufzubauen. Sie haben witzige bis kompliziert Eigenschaften, an die man sich erst gewöhnen muss. Am Ende jedoch mochte ich die Hauptcharaktere, Paul und Eva, sehr gerne und ich fühlte mit ihnen. Als dann noch der Autounfall passiert und das schockierende Ende, rannten mir einige Tränen über die Wangen.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war spannend und hat mich gefesselt, denn man wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Dann noch diese überraschenden Ereignisse, die mich noch fester an das Buch gebunden haben, haben mich dann überzeugt!
Einen Stern habe ich abgezogen, weil ich lange gebraucht habe, bis ich ins Buch hineingefunden habe. Die Spannung war meiner Meinung nach erst ab Seite 50 vorhanden. Dann aber richtig ;)

Ich kann das Buch wirklich sehr empfehlen, denn Pauls Leben ist wirklich gefährlich und traurig…

Advertisements

Ein Kommentar zu „Rezension: Schneegrenze

Willst du etwas dazu sagen?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s